
Gewalt vermeiden
Ob zur Vermeidung einer Gewaltstraftat oder zur Linderungen ihrer unmittelbaren oder längerfristigen Folgen: Es gibt viel, was auch als ältere Menschen tun können, um der Gewalt die rote Karte zu zeigen. Generell gilt: Eine aktive Lebensgestaltung mit regen Außenkontakten schenkt Selbstbewusstsein und schreckt andererseits potenzielle Täter von vornherein ab.
Beherzigen Sie insbesondere folgende Tipps:
So beugen Sie Gewalt vor
- Führen Sie nicht mehr Geld mit als nötig und zeigen Sie nicht, dass Sie größere Geldbeträge dabei haben. Günstig ist es größere Geldbeträge gesondert mitzuführen und nicht gemeinsam mit der Geldbörse in der Handtasche aufzubewahren
- Tätigen Sie das Abheben größerer Geldbeträge möglichst in Beratungsräumen abseits des Kassenschalters und in Gegenwart einer Person Ihres Vertrauens
- Bewahren Sie, wenn Sie das Haus verlassen, Haus- und Wohnungsschlüssel immer getrennt von Papieren und Wertsachen auf
- Führen Sie Geld, Wertsachen und wichtige Papiere unterwegs nur in verschlossenen Kleidungsinnentaschen mit - keinesfalls aber in Außentaschen, Einkaufstaschen oder Einkaufskörben
- Bezahlen Sie größere Beträge per Scheck oder per Überweisung - keinesfalls in bar
- Scheckkarte und PIN (Persönliche Identifizierungsnummer) getrennt aufbewahren; am besten PIN auswendig lernen
- Wenn überhaupt notwendig, dann tragen Sie Ihre Handtasche stets unter dem Arm oder quer über dem Körper am Schulterband auf der Fahrbahn abgewandten Seite
- Lassen Sie Handtaschen, Geldbörsen oder Wertgegenstände in Kaufhäusern oder Restaurants niemals unbeaufsichtigt liegen
- Wählen Sie Wege auf belebten Straßen und benutzen Sie nach Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel
- Unternehmen und erledigen Sie möglichst viele Dinge gemeinsam unter Hinzuziehung vertrauter Personen
- Ein mitgeführtes Mobiltelefon (Handy) gibt Ihnen die Möglichkeit, in kritischen Situationen die nächstgelegene Polizeidienststelle kostenfrei über den Notruf 133 zu benachrichtigen
So sollten Sie sich verhalten, wenn etwas passiert
- Denken Sie immer daran: Gesundheit ist wichtiger als Hab und Gut
- Wenn Sie sich verfolgt fühlen, wenden Sie sich an Menschen in der Nähe oder klingeln Sie an der nächsten Haustür
- Rufen Sie in einer Notsituation hemmungslos 'Hilfe' oder 'Feuer!'. Auf 'Feuer' reagieren Menschen besser, weil sie nicht wissen, ob sie selbst bedroht sind
- Sprechen Sie umstehende Passanten gezielt an. Beispiel: "Sie in der Lederjacke, helfen Sie mir bitte!"
- Wenn Sie es sich zutrauen, wehren Sie sich sofort und ohne zu zögern. Gegenwehr ist etwas, was die wenigsten Täter erwarten
- Laufen Sie bei der erstbesten Gelegenheit weg
- Verständigen Sie schnellstmöglich unter 133 die Polizei, da nur so die Straftat verfolgt werden kann
- Versuchen Sie sich den Tathergang und insbesondere das Aussehen des oder der Täter, eventuelle Besonderheiten in der Sprache. Bewegung oder im Aussehen einzuprägen
So sollten Sie sich im Nachhinein verhalten
- Teilen Sie sich Verwandten, Freunden, Bekannten und/oder Ansprechpartnern von Vereinen und Initiativen mit, die für solche Fälle vorgesehen sind. So haben Sie die Möglichkeit Folgen von Gewalt besser zu verarbeiten
- Nutzen Sie die Hilfe von Opferschutzeinrichtungen (z.B.: Weisser Ring e.V.) und ähnlichen Organisationen, die Sie seelisch betreuen und auch bei Schadenersatzansprüchen praktisch unterstützen.

