Geschichten: Was ist los mit Michaela

Grafik: Tommi Seit einiger Zeit ist Michaela wie verändert. Früher war sie immer lustig und tobte gerne mit ihren Mitschülern im Pausenhof herum, doch seit ein paar Wochen ist sie sehr verschlossen.
An ihrem Lieblingsfach - Sport - findet sie kaum noch gefallen. Wenn sie überhaupt mitmacht, dann zieht sie sich erst um, nachdem die anderen die Umkleidekabine verlassen haben und läuft auch bei warmen Temperaturen nur mit langen Hosen und Sweat-Shirts herum.

Heute hat Michaelas Klasse Geräteturnen. Die Lehrerin steht am Stufenbarren und gibt Hilfestellung. Als Michaela an der Reihe ist und ihre Lehrerin sie am Oberarm halten will, schreit sie auf.
Außerdem rutscht ihr Ärmel hoch und am Unterarm sind einige blaue Flecken zu sehen.

Nach der Sportstunde spricht die Lehrerin Michaela darauf an. „Ach, ich bin in letzter Zeit so tollpatschig. Andauernd stoße ich mich irgendwo an oder falle über etwas", gibt ihr diese zur Antwort.

„Aber Michaela, davon bekommt man doch nicht so viele blaue Flecken. Du kannst dich mir doch anvertrauen und erzählen, was dir passiert ist", sagt die Lehrerin und fügt hinzu: „Hat dich jemand geschlagen?"

„Nein!", ruft Michaela hastig. „Na ja, doch! Aber ich bin selbst schuld, wenn meine Eltern mich hauen, weil ich nicht brav war oder weil ich etwas kaputtgemacht habe."

„Das ist doch kein Grund, dich zu schlagen", erwidert die Lehrerin und sieht sich entsetzt Michaelas Arme und Beine an. „Egal, was du gemacht hast, deine Eltern dürfen dich nicht so schlagen! Weißt du, was wir jetzt machen? Wir erzählen das deiner Klassenlehrerin und dann laden wir deine Eltern zu einem Gespräch in die Schule ein. Einverstanden?"

Na und wie Michaela damit einverstanden war. Sie war so froh, endlich jemandem von ihrem Problem erzählen zu können.

Grafik: Tommi

Niemand darf ein Kind schlagen!

Was auch immer du getan hast: Niemand darf dich schlagen. Sprich darüber mit einem Menschen, dem du vertraust.
Wenn du nicht nicht mit Erwachsenen darüber reden willst, rede mit Freunden.

Wenn du bemerkst, dass einem anderen Kind wehgetan wird, erzähle deinen Eltern, deiner Lehrerin oder deinem Lehrer und anderen Erwachsenen davon. Dadurch kannst du dem Kind helfen.